Kobarid Juni 2010

Sonntag, 13. Juni
Das Abfahrtsprocedure entspricht den Erwartungen – erst will der Prinz vom Stubai nicht Aufstehen und dann kann er nicht Packen. Nach einem kleinen Frühstück und einigem Hin und Her werden wir gegen 14.00 startklar. Bei Kirchbrücke – DEM POINT OF RETURN – drehen wir um, weil die Crocks unter der Hausbank stehen geblieben sind und in Mieders noch einmal, weil der falsche Gleitschirm mitgefahren ist. Nachdem wir uns beim dritten Startversuch auf der Brennerautobahn wiederfinden, beschließen wir, dass nun nicht mehr umgedreht wird. Punkt. Das Auto ist voll geladen bis zum Dach, Gleitschirme, Falllschirme, Fahrräder und der halbe Hausstand, also eben alles, was der Durchschnittsbürger zum Campen braucht.

Wir kommen gut voran. Ab dem Brenner regnet es, als würde die Welt untergehen und im Pustertal beginnt es auch noch zu hageln. Zwischendrin immer wieder einige Minuten trockene Straßen und dann wieder apokalyptische Wassermengen. Am Straßenrand stehen Radfahrer und Motorradfahrer in trauter Zweisamkeit und suchen in Bushütten Unterschlupf. Ich danke dem Herrn, dass ich heute nicht auf dem Motorrad sitze.

Alle guten Vorsätze, im Auto nicht zu rauchen, sind nach 100 Kilometern bereits außer Kraft gesetzt. Dieses Wetter. Irgendwo nach San Stefano die Cadore sehen wir ein entzückendes kleines Lokal am Straßenrand, das sich dem slow food verschrieben hat und genießen ein Abendessen, das eines Urlaubsbeginns würdig ist. Köstliches Risotto, herrliche Suppe, Kotelett mit Polenta vom Grill und ein Gläschen Weißwein machen das Wetter so unwichtig wie nur was. Satt und glücklich fahren wir weiter. Es dämert und immer wieder werden wir von entgegenkommenden Autofahrern angeblinkt, weil hinter der nächsten Kurve Bäume quer über die Straße liegen. Hier muss ein Sturm getobt haben. In der Ferne blitzt es, als würden die Berge brennen. Und wir fahren genau darauf zu. Ich fühle mich ein wenig wie in der Rocky Horror Picture Show, vor allem, als dann die Straße immer schmäler und schmäler wird und uns letztendlich ein asphaltierter Waldweg zur Grenze nach Slowenien bringen soll. Also, hier war ich definitiv noch nie in meinem Leben. Aber die Karte hat bis hierher gestimmt, also tuckern wir langsam und vorsichtig den steilen Berg hinauf in den Wald hinein. Als von einem Moment auf den anderen der Keilriemen zu quietschen beginnt, wie eine Sirene, falle ich fast vom Sitz vor Schreck. Weit und breit genau keine Möglichkeit, stehen zu bleiben. Die Temperatur steigt und ich fahre an den Straßenrand und stelle den Motor ab, was die Straße von eineinhalbspruig auf einhalbspurig reduziert. Als ich ausgesteigen bin, tangiert mich das aber gar nicht mehr, denn aus dem Motorraum raucht es, als stünde der Bus in Flammen.

Stefan reißt heldenhaft die Heckklappe auf und wirft alles heraus, was das Öffnen des Motordeckels behindert. Ich stehe daneben, im wahrsten Sinn des Wortes und starre mit weit aufgerissenen Augen auf die dicken Wasserdampfschwaden, die aus dem Innersten meines geliebten Buses quellen. Verdammte Scheiße. Natürlich kommt nun der nächste Regenguss. Und ein Auto, das durch den Wald auf uns zubraust. Dei beiden Burschen sehen uns rechtzeitig und halten an. Das bisschen italienisch, das ich verstehe, macht die Sache nicht klarer. Sie greifen am Motor herum und bieten uns das einzige Wort an, das sie auf deutsch herausbringen: kaputt. Ich bin fertig mit den Nerven. Auf italienisch, englisch und deutsch erklären sie uns, dass wir den Berg wieder runterrollen sollen, sie fahren voraus und zeigen uns einen Platz, an dem wir den Bus bis morgen parken können. Also das ganze durchnässte Zeug wieder ins Auto und los geht’s.

Wir parken vor dem zentralen Wasserwerk, wobei mir nicht ganz klar ist, von was das zentral sein soll, denn wir sind definitiv in the middle of nowhere. Die beiden Burschen bestehen darauf, dass wir in ihr Dorf mitfahren und ich lasse mich angesichts des doch noch sehr stark riechenden Buses und all des nassen Chaos auf unserem Kuschelbett überzeugen. Wir werden also mit unserer Notversorgung – Papiere, Geld und Zahnbürste – in ein eigentlich für zwei Personen bestimmtes Auto gepackt, in dem ich dann nach einigen Kurven realisiere, dass der Fahrer sturzbetrunken und zu allem Überfluss auch noch Rammstein-Fan ist. Ich hasse diese Band noch viel mehr als die Tatsache, dass ich irgendwo zwischen Schalthebel und Handbremse eingeklemmt bin. Stefan managt diese Situation mit absoluter Coolness. Mit mir ist heute leider nicht mehr zu rechnen.

Die beiden Burschen flippen völlig aus, als wir ihr Dorf erreichen, San Giorgio die Resia, und ich denke, dass sie sich wahrscheinlich unglaublich freuen, hier mal für Abwechslung zu sorgen. Der Dorfälteste, ein bärtiger, freundlicher Mann mit etwa 3,5 Promille, wird geholt, da er des Englischen mächtig ist. Unser Beifahrer bringt eine Runde Bier und nach drei Schluck zieht es unserem Fahrer endgültig die Schuhe aus, er ist nun nur noch in der Lage, zu bestätigen, dass er Österreicher mag, Slowenen hasst und Heavy Metal Fan ist. Dazu gröhlt er Rammstein-Songs mit Worten, die wohl nur er verstanden hat. Einige Jugendliche gesellen sich zu der Runde, dabei sind auch zwei Maturanten, die von nun an die Übersetzungsarbeit leisten. Die Nazi-Parolen unseres Gastgebers, der immer noch darauf besteht, dass wir heute in seinem Haus übernachten sollen, versetzen mich langsam in Panik und das führt dazu, dass ich wieder einen klaren Kopf bekomme und den ÖAMTC-Notruf wähle, nur um mal abzuklären, wie wir morgen weitermachen sollen. Der Abend heute ist eh so wie er ist, da wird es wohl nichts mehr daran zu rütteln geben. Der nette Mann im Schutzbrief-Callcenter tröstet mich und rät mir, morgen die von unseren Gastgebern empfohlene Werkstatt anzurufen, solange diese ACI-Mitglied sei, was die meisten Werkstätten in Italien seien, könnten wir das Abschleppen über den ÖAMTC abrechnen.

Während Stefan eine weitere Runde Bier vor das Dorfpub holt und die Jugendlichen immer lauter gröhlen, versuche ich, nicht daran zu denken, was ist, wenn der Motor einfach völlig im Eimer ist. Nach einer weiterern Runde Bier gehen wir alle zu Danieles Haus. Ok. Vielmehr wandern wir in völliger Dunkelheit einen Waldpfad entlang und ich schlottere innerlich vor Panilk und mache mir die angelernten Hand- und Fußgriffe aus dem Boxunterricht innerlich parat. Das Haus ist eine Hütte im Wald, die durchaus romantisch sein könnte, wäre da nicht das komplette Chaos. Die Jungs haben Singvögel gefangen, die sie mitsamt Unmengen Vogelfutter in einem RAum aufbewahren. Dass Vogelfutter Mäusen auch schmeckt, weiß ich schon, aber in dem Häuschen riecht man diese Tatsache auch. An den Wänden hängen Heavy Metal Poster und der Hitler Kalender aus 2007. SO ist das nun mal, wenn es kein Verbotsgesetz gibt, denke ich mir und stelle fest, dass wir in wirklich JEDEM gemeinsamen Urlaub mit dem Thema konfrontiert werden, das Stefan gerade auf der Uni behadelt. Und da habe ich doch vor noch nicht einmal zwei Wochen Seiten um Seiten Verbotsgesetz durchforscht.

Die Buben reden noch ein bisschen über deutsches, österreichisches und italienisches Bier, unser Fahrer schläft auf dem Sofa ein und seine Freunde erzählen, dass es ihm jetzt richtig gut geht, vor drei Jahren sei er Satanist gewesen und da wäre er richtig durchgedreht. Naja. Vielleicht vergeht das Nazi-Dasein genauso wie das Satanisten-Dasein. Rechte Gesinnung als vorübergehendes Jugendphänomen, das wäre echt nett.

Irgendwann fallen wir in das uns angebotene Bett, das fast bis zum Boden durchhängt und sehr, sehr eigenartig riecht und ich schimpfe mich still und heimlich aus, warum ich nicht im nur nach verbranntem Keilriemen richenden Bus geblieben bin. Bis eins kann ich vor Panik nicht schlafen, danach, weil mir zu kalt ist. Die einzigen Glockenschläge der Dorfkirche, die ich in dieser Nacht nicht höre, sind vier und fünf Uhr. Die Mäuse, die im Gebälk arbeiten, sind lauter als die Grillen vor dem Fenster und in meinen kurzen Träumen werden sie zu katzengroßen Ungetümen, die über mich herfallen. Ich danke Gott dem Herrn, als die Uhr acht schlägt und springe aus dem Bett. Das Telefonat mit der Autwerkstätte ergibt, dass sie selbstverständlich ACI-Mitglied sind und der Abschleppwagen in ungefähr einer Stunde da sein kann.

Montag, 14. Juni 2010
Nach einer etwas dürftigen Morgentoilette in dem kleinen Bad ohne Licht – kein Wasser, eine gemeinsame Zahnbürste – wandern wir zurück ins Dorf. Der Wirt der Bar grüßt uns von Weitem und wir kehren auf einen Kaffee ein. In der Bar ist es warm und wohlig und auch der englischsprechende Dorfälteste ist schon da. Wohin die anderen Dorfbewohner tagsüber verschwinden, ist unklar, aber Arbeit dürfte es hier nicht allzu viel geben. Außer der Bar und einem Blumenladen ist der Ort ziemlich ausgestorben. Am Weg zurück zum Auto, den kleinen Berg hinunter, relativieren sich die nächtlichen Ängste ein wenig, die Gegend und ihre Bewohner erscheinen nicht mehr ganz so düster. Immerhin war es ja sehr nett, dass wir Quartier bekommen haben.

Und La Carissima steht, entgegen aller Alpträume, die von Mord und Totschlag, aufgebrochenen und ausgebrannten Bussen gehandelt haben, immer noch unversehrt vor dem Wasserwerk. Ich versuche als erstes, ein wenig Ordnung zu schaffen und finde dabei ein Tupperware mit Christians Mamas Kuchen. Den verzehren wir dann genüsslich bei einer Partie Schach über dem verunglückten Motor und während es wieder in Strömen zu regnen beginnt, sitzen wir gemütlich unter der offenen Heckklappe. Zwei Stunden nach meinem ersten Anruf in der Autowerkstätte melde ich mich noch einmal und mir wird versichert, dass der Abschleppwagen in 40 Minuten da sein würde. Einige Zigaretten und eineinhalb Stunden später fährt dann endlich der gelbe Abschleppwagen um die Kurve. Wir werden schlicht und ergreifend ins Auto gesetzt und unser Bus mittels eines Stahlseils auf den Wagen gezogen. Ich fürchte mich zu Tode, weil ich nicht weiß, wie man uns gesichert hat und Stefan hat seine liebe Freude mit der ganzen Aktion.

Der fachmännische Blick des Werkstattchefs, der mit einem alten Mann (dem dortigen Dorfältesten???) angereist ist, hat übrigens ergeben, dass es die Wasserpumpe ist und dies gibt mir wieder etwas Hoffnung. Ich habe uns ja schon huckepack am ÖAMTC-Laster nach Hause fahren sehen. Die Werkstatt befindet sich in Resiutto, das an der Autobahn Udine-Tarvis liegt und von dort rufe ich den ÖAMTC nochmals an. Abschleppkosten und Hotel werden auf jeden Fall bazahlt, wird mir versichert. Langsam mehren sich die Lichtblicke. Denn direkt neben der Autowerkstatt befindet sich eine Albergo mit Ristorante. Vorab aber müssen wir noch abwarten, was der Chef sagt. Der nämlich telefoniert in der Weltgeschiche herum, läuft immer wieder mit dem Telefon am Ohr zum Auto, späht in den Motorraum und kommt Minuten später mit einem Zettel, um das Ganze zu wiederholen. Nach einer weiteren Stunde, die Stefan damit verbringt, auf seinem Fahrrad Kreise zu fahren, bis ihm schlecht ist, kommt der Mann gesprächsbereit wieder und erklärt, man bekäme kein Originalteil, aber einen Nachbau. Er könne uns um drei Uhr nachmittags mitteilen, ob und wann dieses Teil geliefert werden könne.

Es ist Mittag geworden, kurz nach zwölf und die schlaflose Nach schlägt mir aufs Gemüt. Eigentlich weiß ich gar nicht, was ich zuerst möchte – schlafen, essen oder einfach nur weinen. Der Schlaf rüttelt bereits an mir wie der Sturm an einer alten Fichte an der Baumgrenze, aber ich entscheide mich für Essen. Das Ristorante an der Tankstelle ist wirklich gut und das finde nicht nur ich – vor der Tür stehen etliche Lkw, ein gutes Zeichen. Nach dem Essen dann Schlafen. Endlich. Als zwei Stunden später der Wecker klingelt und ich weiß, dass ich zur Autowerkstatt radeln sollte,  brauche ich geschlagene 40 Minuten, bis ich meinen Körper davon überzeugt habe, dass er aus dem Bett heraus muss. In der Werkstatt dann die gute Nachricht: das Teil wird heute Abend noch geliefert werden.

Wir schließen noch schnell eine Wette ab, ob es billiger oder teurer sein wird, als meine Reserve vor ein paar Jahren, als ich das free bag verloren hatte und den Reservegriff weg geworfen habe. Das waren 365 Euro. Immerhin, wenig für eine lebensrettende Aktion. Stefan meint, dies hier würde auf jeden Fall mehr kosten. Der restliche Tag vergeht mit dem Korrigieren einiger Maturaarbeiten, etlichen Kartenspielen – ich gewinne beim Watten, ein schlechtes Zeichen für alles andere – und einem Abendessen, das ein wenig an „Pane e Tulipani“ erinnert. Papiertischdecke mit bunten Mustern, rote Servietten und ganz eigen kreierter Salatplatte als Vorspeise, Dosenchampignons und Spargel aus dem Glas auf Blattsalat. Ob die Köchin an einer Blinddarmentzündung leidet? Das Risotto sagt: nein. Denn das war köstlich!

Dienstag, 15. Juni 2010
Stefan schläft den Schlaf der Gerechten, während ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, sein Telefon, das uns pünktlich um halb acht geweckt hat, ins Klo zu werfen. Um zehn schaffen wir es, ins Restaurant auf einen Cappucino zu gehen und danach radelt Stefan in die Autowerkstatt, um zu fragen, wie es vorangeht. Wir sollen um zwölf wiederkommen, meint der Mechaniker. Wir haben also endlos Zeit zu packen und sitzen um halb zwölf mit unserem Hab und Gut im Restaurant. Stefan radelt noch einmal rüber. Der Mechaniker meint, eine Stunde würde es sicher noch dauern und er würde an der Tankstelle vorbeikommen, wenn er die Probefahrt macht. Nach einer weiteren Stunde mit Kaffee und Zigaretten beschließen wir, dass sich ein Mittagessen auch noch ausgeht. Spaghetti oglio e aglio e pepperoncini. Dann versage ich beim Kartenspielen und Stefan zeigt mir ein paar unheimliche Kartentricks, die ich nicht verstehe. Ich muss an Out of Rosenheim denken, wo Marianne Sägebrecht im Pyjama Zaubertricks vorführt.

Um drei radle ich in die Werkstatt, wo weder Mechaniker noch Auto anzutreffen sind und als ich wieder zurückfahre zur Tankstelle, kommt mir mein Auto entgegen. ES FÄHRT!!! Ich drehe also wieder um und nehme die satte REchnung entgegen. Der Mechanker zeigt mir auch noch die kaputte Wasserpumpe und erklärt mir alles ganz genau. Immerhin – das Abschleppen hat fast zweihundert Euro gekostet und das muss ich nicht selber zahlen. Der Rest: 523.- Stefan hat also die Wette gewonnen, doch das zermürbende Warten an der Tankstelle hat meine Erinnerng an den Wetteinsatz vernichtet.

Und es wäre nicht ich, wenn nun in der Autwerkstatt das Kreditkartengerät nicht funktioniert hätte und in Resiutta kein Bankomat zu finden wäre. Die Sekretärin fährt also mit uns in das nächste mit Bankomat ausgestattete Dorf und auf der Fahrt dorthin unterhalten wir uns in dürftigem Englisch. So viel sagt sie mir, sie ist aus Resia und kennt natürlich die Bar, in der wir vorgestern Abend gestrandet sind… so schließt sich der Kreis und nachdem das Geld überreicht ist, machen wir uns auf den Weg nach Slowenien. Über den Pass, der „nur“ 16 Kilometer von der slowenischen Grenze entfernt beginnt und bei Tageslicht nun doch nicht ganz so beängstigend erscheint wie vor zwei Tagen/Nächten. Einspurig bliebt die Straße aber trotzdem. Wie vielleicht zu erraten ist, beginnt es wieder in Strömen zu regnen. Das bedeutet, in Kobarid ein Empfangsbier und Einkäufe erledigen, dann zum Kamp Lazar. Der Campingplatz ist so gut wie ausgestorben und wir nutzen zehn regenfreie Minuten zum Befestigen unserer Plane an einem Baum. Somit gewinnen wir vier Quadratmeter Raum vor dem Zelt und bleiben beim Ein- und Aussteigen durch die Heckklappe halbwegs trocken.

Dann: gegrillter Fisch, Weißwein und ein langer, tiefer Schlaf.

Mittwoch, 16. Juni 2010
In der Nacht hat es so fest geregnet, dass wir die Heckklappe schließen mussten, weil es so laut geworden ist. Nun hat sich die Plane gelöst und draußen quatscht alles im Regen, was gestern Abend seinen Weg nicht mehr in den Bus gefunden hat. Schuhe und Tisch und Handtuch und Zigarettenpapier… Es ist ja genug Zeit zum Aufräumen, denn das ist sicher kein Flugtag heute. Dicke schwarze Wolken hängen an den Bergen und über dem Tal. Heute wäre der ideale Tag zum Arbeiten korrigieren, Tatsache ist nur leider, dass es mich überhaupt nicht freut. Gar nicht. Und so vergeht der Tag mit einem Frühstück, das Geschirr wäscht der Regen, den Abenteuern von Thursday Next und Gesprächen über „Pane e Tulipani“. Peperoncini-Nudeln, Nachmitagschläfchen, Internetsurfen (JAAAA, gratis wlan am Platz!!!). Und als wir uns gerade in eine Diskussion über die Genauigkeit der Einstellungsbeschreibungen für Stefans Filmanalyse verstricken, steht plötzlich Kurti da und holt uns zum Abendessen zu Jazbek. Oh wie tröstlich, in einem Gasthaus regnet es nicht und wir werden mit Geschichten aus den Anfängen der Fliegerei verwöhnt. Morgen werden wir fliegen, davon sind wir alle überzeugt.

Donnerstag, 17. Juni 2010
Der Stol ist in dicke Wolken gehüllt und so fahren wir einige Kilomeer weiter, vorbei an Nova Goriza, wo die Wolken noch nicht dicht sind und tatsächlich geflogen wird. Auf den Liak führt eine Straße und vom Parkplatz darf man dann noch eine kleine Wanderung durch den Wald unternehmen… ich denke an den Versuch, in Osttirol auf die Edelweißwiese zu gehen, mit dem Schirm, und schwitze gleich ganz fürchterlich, aber bevor sich das Entsetzen noch wirklich ausbreiten kann, sind wir schon auf der Startwiese. Da ich wie immer von leichter Panik ergriffen bin, starte ich als eine der ersten und versuche in der Folge, Kurti hinterher zu fliegen, denn der weiß sicher, wo die Thermik ist. Dieses Vorhaben erweist sich als chancenlos, aber es ist trotz alledem ein wunderbarer Flug gewesen.

Danach füttere ich meinen Sonnendurst und schmore auf der Landewiese, was sich viel, viel später als Fehler erweisen wird…

…denn es vergehen die Stunden und alle sind schon gelandet, nur einer nicht: Stefan.
Nachdem wir dann losfahren wollen, rufe ich ihn an und es stellt sich heraus, dass er über Nova Gorica abgesoffen ist und dort in einem Garten gelandet ist. Wir glauben es ja alle nicht wirklich, aber er kann uns dann, nach einem großen Eis im Eissalon am Brunnen, das Gärtchen zeigen. Hm. Knuspriges Landeplätzchen.

Freitag, 18. Juni 2010
Nachdem das Wetter nicht besonders überzeugend ist und mit fast der Kopf platzt vor lauter Sonnenstich von gestern bleibe ich auf dem Boden. Aufgrund der schlechten Wetterprognosen beschließen wir außerdem, heute Abend nach Hause zu fahren und nicht erst morgen früh.

 

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